Fr 09. März 2018 19:30
Mo 12. März 2018 17:30

Der Film beginnt an Mananas 52. Geburtstag. Dass sie selbst den gar nicht feiern möchte, interessiert in ihrer Familie niemanden: Kaum kommt sie morgens in die Küche, diskutiert Mutter Lamara das Abendessen mit ihr. Mananas Einwand „Ich habe niemanden eingeladen“ wischt sie beiseite. Ihr Mann Soso fragt, ob er Wein besorgen soll. Es ist eine rhetorische Frage. Natürlich besorgt Soso Wein, natürlich kocht Lamara ein Festmahl, natürlich kommt Mananas Bruder Rezo mit Familie vorbei und bleiben die Kollegen von Soso bis spät. Es wird gesungen und getrunken, nur Manana verkriecht sich auf dem Balkon.

Wenige Tage später eröffnet sie der versammelten Familie – Mutter Lamara, Vater Otar, Ehemann Soso, Tochter Nino (24) mit Mann Vakho und Sohn Lasha (20) – dass sie eine kleine Wohnung gemietet hat und aus der gemeinsamen Drei-Zimmer-Wohnung auszieht. Während eben noch niemand überhaupt zu bemerken schien, dass sie existiert, bricht nun eine Welle über sie los. Vor allem Mutter Lamara und Bruder Rezo fühlen sich berufen, zu intervenieren. Was mit ihr los sei, es gehe ihr doch gut, ihr Mann schlage sie nicht, sie habe zwei Kinder, was sollen die Leute denken? Antworten erwarten sie dabei nicht, nur dass Manana ihre Meinung ändert.

Ein sensibles Drama des georgisch-deutschen Regieduos Nana Ekvtimishvil und Simon Gross über den Wunsch einer Frau nach einem eigenen Leben.

Georgien/Deutschland/Frankreich 2016, Regie: Nana Ekvtimishvili, Simon Gross, mit:   Ia Shugliashvili, Merab Ninidze, Berta Khapava, Tsisia Kumsishvili, Giorgi Khurtsilava, Giorgi Tabidze, 120 Minuten, freigegeben ohne Altersbeschränkung