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Der sogenannte afghanische Steven Spielberg drehte trotz Besatzung, Taliban und Bürgerkrieg in den letzten 30 Jahren über 100 Low Budget-Filme im Bollywood-Stil. Dieses sehr kenntnisreiche und einfühlsame Porträt eines charmant eitlen Film-Fanaten ist gekonnt verwoben mit der Geschichte des geschundenen Landes.

Was ist das für ein Mensch, der mitten im afghanischen Bürgerkrieg Filme dreht und, nachdem bei einem Raketenangriff zehn Crew- Mitglieder sterben, noch weiter filmt? Die Verknüpfung eines von Besetzung und Krieg geschundenen Landes mit dem Leben eines fanatischen Filmemachers ist die Geschichte der Dokumentation „Meister der Träume“.

Der 1964 in einem zum Westen geöffneten Afghanistan geborene Salim Shaheen gilt als der afghanische Steven Spielberg, wobei Ed Wood passender wäre. Er hat bislang 109 Filme gedreht, ist gleichzeitig Schauspieler, Produzent, Regisseur und Held. Es sind einfach gemachte Genre-Geschichten mit übersichtlicher Story, die ein großes Publikum finden. Das Staunen mit offenem Mund der jungen Männer beim Zuschauen im improvisierten Kino belegt dies. Es gibt Prügel im Bud Spencer-Stil, dazu Musik- und Tanzeinlagen wie beim Bollywood-Kino. Im Gegensatz zum dortigen Überfluss fehlt es in seinem „Nothingwood“, so sagt Salim Shaheen selbst, an allem.

Frankreich, Deutschland 2017, Regie: Sonia Kronlund, 85 Minuten, FSK 12