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Mit „Geliebte Köchin“ kommt der vielleicht kulinarischste Film aller Zeiten in die Kinos: außergewöhnlich geschmackvoll, üppig und appetitanregend in seiner Bildsprache. Und zusätzlich geht es auch inhaltlich um die Essenz der Kulinarik – ums Kochen, ums Essen, um den Genuss und um die Liebe. Ganz großes Koch-Kino also, mit der wunderbaren Juliette Binoche in der Hauptrolle.

Wenn Mann und Frau gemeinsam in der Küche stehen, geht es nicht immer harmonisch zu. Doch in der riesigen Küche des Landhauses von Feinschmecker Dodin Bouffant (Benoît Magimel) ist kein böses Wort zu hören, wenn die Köchin Eugenie (Juliette Binoche) mit seiner Hilfe die köstlichsten Gerichte zubereitet. Das liegt nicht nur daran, dass die Beiden kulinarisch auf einer Wellenlänge liegen, sie sind darüber hinaus seit vielen Jahren auch ein Liebespaar. Das ist für die damalige Zeit – der Film spielt im ausgehenden 19. Jahrhundert – ziemlich überraschend, und ebenso überraschend ist es, dass Eugenie seit Jahren Dodins Heiratsanträge freundlich, aber bestimmt ablehnt. Aber Dodin lässt nicht locker, und wer weiß … vielleicht wird sie ja eines Tages zustimmen?

Trần Anh Hùng hat mit „Geliebte Köchin“ eine einzigartige Hymne an die Liebe und an die Lebenslust gedreht. Er zelebriert nicht nur das Handwerk des Kochens, der Nahrungsmittelzubereitung als wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens, und das Essen als Symbol für Nähe und Verbundenheit, sondern er spürt auch den Wurzeln des Menschseins nach, er sucht und findet Ursachen und Symptome für Liebe, Trennung und Schmerz. Und er formt daraus ein ungewöhnliches und sehr beeindruckendes Porträt der bürgerlichen Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts – ein wunderbar liebevoller Film voller Zärtlichkeit und sanfter Leidenschaft.

Kleiner Tipp: Auf keinen Fall sollte man sich diesen Film auf nüchternen Magen anschauen.

 

Belgien / Frankreich 2023; Regie & Buch: Trần Anh Hùng; Darsteller: Juliette Binoche, Benoît Magimel, Pierre Gagnaire, Galatéa Bellugi, Emmanuel Salinger, Patrick D‘Assumaçao; Länge: 135 Minuten; Altersfreigabe: FSK 6, Überlängenzuschlag